Tigerdackel: Farben, Merle-Gen, Gesundheit & Welpenkauf
Timo EichmannGraue, silbrige oder beige Flecken auf dunklem Fell, manchmal ein blaues Auge dazu: Ein Tigerdackel fällt auf jeder Hundewiese auf. Hier erfährst du, was hinter dem Tigermuster steckt, welche Farben es gibt, warum zwei Tiger nie miteinander verpaart werden sollten und worauf du beim Welpenkauf achten solltest. Alles verständlich erklärt und belegt. Die Quellen findest du am Ende des Artikels.
- Was ist das?Fellmuster, keine Rasseim Standard „gefleckt (Merle)“ genannt1
- FellartenKurz-, Rau- und Langhaardas Muster gibt es bei allen drei1
- GrößenTeckel, Zwerg, Kanincheneingeteilt nach Brustumfang1
- FarbenSchwarz-, Braun-, RottigerGrundfarbe schwarz oder braun, Ausnahme rot1
- Lebenserwartungca. 13–14 JahreWerte für Dackel allgemein, für Tiger gibt es keine eigene Zahl1213
- Wichtigste RegelNie Tiger × Tigersonst drohen taube oder blinde Welpen24
Was ist ein Tigerdackel?
Ein Tigerdackel ist ein ganz normaler Dackel mit einem besonderen Fellmuster. Er ist keine eigene Rasse. Im Rassestandard heißt das Muster „gefleckt (Merle)“, im Alltag sagt man Tigerdackel oder Tigerteckel1.
Streifen wie ein Tiger hat er übrigens nicht. Das Fell sieht eher marmoriert aus: Auf einer dunklen Grundfarbe liegen unregelmäßige hellere Flecken in Grau oder Beige. Kein Tigerdackel sieht aus wie der andere, jedes Muster ist ein Einzelstück. Der Name ist alt. Schon 1935 schrieb der Genetiker Hans Nachtsheim über „die Tigerscheckung und ihre Vererbung“ beim Hund4. In Großbritannien heißt dasselbe Muster beim Dackel „dapple“, sonst meist „merle“11.
Der Tigerdackel gehört zum offiziellen Dackel-Standard der FCI. Das Muster ist also ausdrücklich erlaubt, wie Rot, Schwarz-Rot oder Braun mit Brand1. Für alles andere, also Größe, Körperbau, Wesen und Pflege, gilt dasselbe wie für jeden anderen Dackel. Wenn du dich allgemein für die Rasse interessierst, lies auch unseren Überblick zum Dackel.

Tiger, gestromt oder gescheckt? Drei Muster, die oft verwechselt werden
Viele suchen nach einem „Dackel mit Flecken“ und meinen damit ganz unterschiedliche Hunde. Diese drei Muster solltest du auseinanderhalten können:
- ErlaubtTiger (Merle)Hellere graue oder beige Flecken auf dunkler Grundfarbe, wie marmoriert. Dunkle und helle Farbe halten sich ungefähr die Waage1.
- ErlaubtGestromtRotes Fell mit dunklen Streifen1. Ausgerechnet dieses Muster hat Streifen wie ein Tiger und wird deshalb oft mit dem Tigerdackel verwechselt. Mit dem Merle-Gen hat es nichts zu tun.
- Nicht im StandardGescheckt (Piebald)Große weiße Flächen mit farbigen Platten. Weiße Farbe ist beim Dackel laut Standard ein Ausschlussfehler, erlaubt ist nur ein kleiner weißer Fleck an der Brust1.
Begriffe wie „Harlekin“ oder „Weißtiger“ beschreiben meist Dackel mit sehr viel Weiß. Dahinter steckt oft ein doppeltes Merle-Gen oder eine Mischung aus Tiger und Scheckung. Genau diese Kombinationen sind im Deutschen Teckelklub verboten2. Warum, liest du im Abschnitt Qualzucht.
Tigerdackel-Farben: Schwarztiger, Schokotiger und Rottiger
Das Tigermuster liegt immer über einer Grundfarbe. Laut FCI-Standard ist diese Grundfarbe beim Tigerdackel dunkel, also schwarz oder braun. Einzige Ausnahme ist rot gefleckt, also rot mit dunklen Flecken1. Daraus ergeben sich die bekannten Namen:
- Grundfarbe schwarzSchwarztigerSilbergraue Flecken auf Schwarz, oft mit rotbraunen Abzeichen an Kopf und Pfoten. Im Englischen heißt das „blue merle“.
- Grundfarbe braunBraun- oder SchokotigerBeige oder hellbraune Flecken auf Schokobraun. Nase und Krallen sind bei braunen Hunden braun1.
- Grundfarbe rotRottigerRot mit dunklen Flecken1. Das Muster ist hier oft kaum zu sehen. Warum das wichtig ist, erklären wir bei der Genetik.
Erwünscht sind laut Standard unregelmäßige graue oder beige Flecken. Große helle Platten sind nicht erwünscht und weder die dunkle noch die helle Farbe soll überwiegen1.
Was ist ein Weißtiger?
Ein Weißtiger ist kein besonders hübscher Tigerdackel, sondern meistens ein Hund, der das Merle-Gen doppelt geerbt hat. Bei solchen Hunden sind mehr als die Hälfte bis fast das ganze Fell weiß4. Das Weiß ist hier kein Schönheitsmerkmal, sondern ein Warnsignal, denn Weißtiger haben regelmäßig Probleme mit Augen und Ohren4. Wenn dir ein Anbieter einen „Weißtiger“ oder einen „Blue Merle Weißtiger“ als Rarität anbietet, ist das ein Grund, die Finger davon zu lassen.

Tigerdackel mit blauen Augen
Viele Tigerdackel haben ein blaues Auge, zwei blaue Augen oder Augen mit blauen Sprenkeln. Das kommt vom Merle-Gen, das auch die Farbe der Iris aufhellen kann. Der Standard wünscht sich beim Dackel eigentlich dunkle Augen. Bei gefleckten Hunden sind sogenannte Glas-, Fisch- oder Perlaugen aber ausdrücklich toleriert1.
Ein blaues Auge heißt nicht automatisch, dass dein Hund schlechter hört. In einer Studie mit 153 Merle-Hunden fanden die Forscher keinen gesicherten Zusammenhang zwischen blauen Augen und Taubheit. Sie weisen aber darauf hin, dass die Zahl der betroffenen Hunde dafür sehr klein war8. Bei anderen Rassen sind blauäugige Hunde statistisch häufiger taub10. Wenn du unsicher bist, kann dein Tierarzt das Gehör mit einem speziellen Hörtest überprüfen lassen.

Zwerg-Tigerdackel, Kaninchen-Tiger und Langhaar-Tiger
Das Tigermuster gibt es in allen drei Fellarten und allen drei Größen1. Ob Zwerg-Tigerdackel, Kaninchen-Tiger oder Langhaar-Tiger: Größe und Fell richten sich nach denselben Regeln wie bei jedem anderen Dackel. Eingeteilt werden Dackel nicht nach Gewicht, sondern nach ihrem Brustumfang, gemessen frühestens mit 15 Monaten1:
| Größenklasse | Rüden | Hündinnen |
|---|---|---|
| Dackel (Teckel, Normalschlag) | über 37–47 cm | über 35–45 cm |
| Zwergdackel (Zwergteckel) | über 32–37 cm | über 30–35 cm |
| Kaninchendackel (Kaninchenteckel) | 27–32 cm | 25–30 cm |
Ein festes Gewicht schreibt der Standard nicht vor1. Wichtiger als die Zahl auf der Waage ist, dass dein Dackel schlank bleibt. Das schont seinen Rücken.
Bei der Fellart unterscheidet sich der Tiger nicht von seinen einfarbigen Geschwistern. Mit kurzem Fell ist er ein Kurzhaardackel, am pflegeleichtesten und mit dem am besten sichtbaren Muster. Als Langhaardackel braucht er regelmäßig die Bürste und als Rauhaardackel wird sein drahtiges Fell getrimmt. Alles zur Pflege findest du in den jeweiligen Rasseporträts.

Im Dackel Kalender 2027 hat jede Fellvariante ihren großen Auftritt, der Tigerdackel auch. Gedruckt wird erst, wenn du bestellst.
Wesen und Charakter: Tickt ein Tigerdackel anders?
Nein. Das Tigermuster ändert das Fell, nicht den Charakter. Ein Tigerdackel ist genauso freundlich, mutig, neugierig und manchmal stur wie jeder andere Dackel.
Der FCI-Standard beschreibt den Dackel als freundlich, weder ängstlich noch aggressiv und mit ausgeglichenem Temperament. Gleichzeitig ist er ein passionierter, ausdauernder Jagdhund mit feiner Nase1. Das gilt für alle Farben. Eine Studie, die zeigt, dass Tigerdackel anders ticken als einfarbige Dackel, gibt es nicht.
Im Alltag heißt das: Dein Tigerdackel will beschäftigt werden, liebt Suchspiele und Schnüffelrunden und meldet zuverlässig, wenn jemand an der Tür ist. Mit Geduld, Lob und klaren Regeln kommst du bei ihm weit. Den Rückruf übst du am besten früh, denn eine frische Wildspur ist für fast jeden Dackel spannender als dein Rufen. Ob ein Dackel auch für Einsteiger passt, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst: Ist der Dackel ein Anfängerhund?
Eine Ausnahme gibt es: Hört oder sieht ein Hund schlecht, kann er sich leichter erschrecken, zum Beispiel wenn man ihn im Schlaf berührt. Das hat dann aber mit seinen Sinnen zu tun und nicht mit seiner Farbe.

Wie entsteht das Tigermuster?
Ein einziges Gen ist verantwortlich. Hat ein Dackel es einmal, ist er ein Tiger. Hat er es doppelt, wird er meistens ein Weißtiger mit hohem Risiko für Taubheit und Blindheit.
2006 haben US-Forscher die Ursache gefunden: Im Gen SILV, auch PMEL genannt, steckt bei Merle-Hunden ein kleines zusätzliches Stück Erbgut. Untersucht wurden dabei auch gefleckte Dackel5. Dieses Stück sorgt dafür, dass das dunkle Pigment im Fell nur stellenweise gebildet wird. So entstehen die hellen Flecken. Das rote und gelbe Pigment verändert es nicht6.
Das Merle-Gen wird unvollständig dominant vererbt5. Eine Kopie reicht also, damit man das Muster sieht. Zwei Kopien verstärken die Wirkung deutlich. Für die Zucht ergibt sich daraus eine einfache Rechnung:
| Verpaarung | Welpen im Durchschnitt |
|---|---|
| Tiger × einfarbiger Dackel | etwa die Hälfte Tiger, die Hälfte einfarbig. Kein Welpe hat das Gen doppelt. |
| Tiger × Tiger | etwa ein Viertel einfarbig, die Hälfte Tiger und ein Viertel mit doppeltem Merle-Gen, also meist Weißtiger. |
Genau deshalb ist nur die erste Verpaarung vertretbar. Ein Tigerdackel aus einer Verpaarung mit einem einfarbigen Elternteil kann das Gen gar nicht doppelt haben.
- Tiger
- Tiger
- einfarbig
- einfarbig
Im Schnitt 2 von 4 Welpen sind Tiger. Kein Welpe hat das Merle-Gen doppelt.
- einfarbig
- Tiger
- Tiger
- Weißtiger
Im Schnitt 1 von 4 Welpen erbt das Merle-Gen doppelt, meist mit Problemen an Augen und Ohren.
Durchschnittswerte: In einem einzelnen Wurf kann die Verteilung anders ausfallen.
Der versteckte Tiger: Kryptomerle und Rottiger
Ganz so einfach ist es leider nicht immer. Weil das Merle-Gen nur das dunkle Pigment verändert, sieht man es bei überwiegend roten Hunden oft kaum. Ein Hund kann das Gen also tragen und trotzdem einfarbig wirken6. Dazu kommen sogenannte kryptische Merle-Träger, auch Kryptomerle oder Phantom-Merle genannt. Bei ihnen ist das Stück Erbgut kürzer und das Muster fehlt fast oder ganz67.
Für Züchter heißt das: Das Aussehen allein reicht nicht. Der Deutsche Teckelklub verlangt deshalb vor dem ersten Zuchteinsatz für jeden Teckel einen Merle-Gentest. Auch Welpen, bei denen man das Muster nicht sicher erkennt, müssen vor dem Ausstellen der Ahnentafel getestet werden2.
Für Genetik-Fans: Warum ein Gentest manchmal mehr verrät als das Fell
Das Merle-Gen gibt es in mehreren Längen. Eine Studie mit 181 Hunden aus 14 Rassen hat gezeigt: Je länger das eingebaute Stück, desto deutlicher das Muster. Die Spanne reicht vom unsichtbaren Kryptomerle über ein verwaschenes, atypisches Merle bis zum klassischen Tiger und noch längeren Varianten mit viel Weiß. Bei rund jedem sechsten Hund fanden die Forscher sogar drei oder mehr verschiedene Längen im selben Tier, weil sich die Länge in einzelnen Körperzellen verändern kann. Unter den neun untersuchten Dackeln traf das auf einen Hund zu. Die Forscher empfehlen deshalb für alle Zuchttiere von Merle-Rassen einen genauen Längentest7.
Ist der Tigerdackel eine Qualzucht?
Ein Tigerdackel mit einem einfarbigen Elternteil ist im Rassestandard erlaubt und wird im Deutschen Teckelklub gezüchtet. Die Verpaarung von zwei Tigern gilt dagegen als Qualzucht und ist im Teckelklub verboten124.
Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet in § 11b Zuchten, bei denen erblich bedingte Schmerzen, Leiden oder Schäden bei den Nachkommen zu erwarten sind18. Das Merle-Gen steht dort nicht ausdrücklich drin. Wie der Paragraf gemeint ist, erklärt ein Gutachten, das eine Sachverständigengruppe im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstellt hat. Darin heißt es, für Weißtiger und für die Verpaarung Tiger × Tiger müsse ein Zuchtverbot empfohlen werden4.
Das Gutachten geht sogar noch weiter: Auch bei Hunden mit nur einem Merle-Gen seien Schäden beschrieben, wenn auch seltener und schwächer. Deshalb solle grundsätzlich auf die Zucht mit dem Merle-Gen verzichtet werden4. Ein Verbot für einzelne Tiger ist das aber nicht. Das Gutachten erwähnt auch eine spätere, unveröffentlichte Untersuchung, die Schäden an Augen und Ohren nur bei vermutlich doppelten Merle-Hunden fand4.
In Österreich zählt das Tierschutzgesetz Taubheit und Blindheit ausdrücklich zu den Merkmalen einer Qualzucht. Das zuständige Ministerium nennt die Verpaarung zweier Tiere mit Merle-Faktor als Beispiel für eine Ursache17.
- Tiger × Tiger
- Tiger × kryptischer Merle-Träger
- kryptischer Merle-Träger × kryptischer Merle-Träger
- Tiger oder kryptischer Merle-Träger × Piebald-Träger (Scheckung)
Erlaubt ist die Verpaarung eines Tigers mit einem ein- oder zweifarbigen Dackel. Welpen, bei denen beide Eltern das Merle-Gen tragen, bekommen im Klub keine Zuchtzulassung2.
Gesundheit und Lebenserwartung
Ein Tigerdackel mit nur einem Merle-Gen hat ein kleines Risiko für Hörprobleme. Bei Hunden mit doppeltem Merle-Gen ist das Risiko viel höher und auch die Augen sind häufig betroffen. Ansonsten gelten die typischen Dackel-Themen, allen voran der Rücken.
Die wichtigsten Studien zum Merle-Gen in Kürze:
- Gehör: In einer US-Studie mit 153 Merle-Hunden aus zehn Rassen waren 3,5 % der Hunde mit einem Merle-Gen auf mindestens einem Ohr taub. Bei Hunden mit doppeltem Merle-Gen war es jeder vierte (25 %). Unter den Teilnehmern waren auch vier Tigerdackel. Sie hatten alle nur ein Merle-Gen und hörten auf beiden Ohren8.
- Augen: Forscher aus Hannover haben in den 1970er-Jahren eine eigene Tigerteckel-Zucht aufgebaut und 44 Dackel untersucht. Alle elf Weißtiger hatten schwere Fehlbildungen an einem oder beiden Augen, zum Beispiel zu kleine Augen, getrübte Linsen oder Spaltbildungen. Bei einfachen Tigern fanden die Ärzte nur bei einem Teil der Hunde Veränderungen, meist am Augenhintergrund. Die einfarbigen Vergleichshunde waren bis auf erweiterte Blutgefäße am Auge bei einigen Tieren unauffällig49.
- Welpensterblichkeit: Laut dem Qualzucht-Gutachten starben in einer Merle-Zucht bis zu 47 % der Weißtiger-Welpen rund um die Geburt4.
Warum hängt die Farbe mit dem Gehör zusammen? Im Innenohr gibt es Pigmentzellen, die das Hörorgan versorgen. Fehlen sie, gehen die Sinneszellen in den ersten Lebenswochen zugrunde, oft noch bevor sich der Gehörgang des Welpen öffnet10. Je mehr Weiß ein Hund hat, desto größer ist deshalb in der Regel das Risiko10.
Ein gesund gezüchteter Tigerdackel mit einem einfarbigen Elternteil ist kein Pflegefall. Das Risiko ist klein, aber nicht null. Wenn du ganz sicher sein willst, frag deinen Tierarzt nach einem Hörtest, der schon bei Welpen möglich ist, und nach einer Augenuntersuchung.
Das größte Thema bei jedem Dackel: der Rücken
Unabhängig von der Farbe ist der Rücken die größte Baustelle. Je nach Studie bekommen etwa 18 bis 25 % aller Dackel im Laufe ihres Lebens einen Bandscheibenvorfall14. Schlank halten, wenig springen und Rampen fürs Sofa und Auto helfen. Der Deutsche Teckelklub schreibt vor dem Zuchteinsatz außerdem einen Gentest auf das Chondrodystrophie-Gen (CDDY) und ein Röntgen der Wirbelsäule vor3. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zur Dackellähme.
Wie alt wird ein Tigerdackel?
Eine eigene Zahl für Tigerdackel gibt es nicht und es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass ein Tiger mit nur einem Merle-Gen kürzer lebt. Eine britische Studie mit über 580.000 Hunden kommt beim Zwergdackel über alle Farben und Fellarten hinweg auf einen Median von 14,0 Jahren12. Die Hälfte der Hunde wurde also älter. Der VDH nennt für den Dackel durchschnittlich 13 Jahre13. Mit einem schlanken, gut beschäftigten Hund hast du die besten Karten.
Hinweis: Dieser Abschnitt fasst Studien und allgemeine Empfehlungen zusammen. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und keine Beratung durch deine Tierarztpraxis.

Tigerdackel-Welpen kaufen: Züchter, Kosten und Warnsignale
Tigerdackel sind beliebt und genau das lockt unseriöse Anbieter an. Eine gute Anlaufstelle in Deutschland ist der Deutsche Teckelklub. In seiner Welpensuche und den Wurfmeldungen kannst du nach Haarart, Größe und Farbe filtern15. In Österreich ist der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) der Dachverband für FCI-Zucht.
Zum Preis: Eine offizielle Preisliste gibt es nicht und wir nennen hier bewusst keine Zahl. Ein Tigerdackel sollte nicht deutlich mehr kosten als seine einfarbigen Wurfgeschwister, denn die Farbe ist kein Qualitätsmerkmal. Wird ein Welpe wegen seiner „seltenen Farbe“ teurer angeboten, ist das eher ein Warnsignal. Plane außerdem die laufenden Kosten für Futter, Hundesteuer, Haftpflicht und Tierarzt ein.
- Beide Elterntiere sind gefleckt oder ein Elterntier ist unbekannt.
- Der Anbieter wirbt mit „Weißtiger“, „Harlekin“, „Blue Merle Weißtiger“ oder „seltener Farbe“.
- Für die Eltern gibt es keinen Merle-Gentest, vor allem nicht für ein rotes oder scheinbar einfarbiges Elterntier.
- Du darfst Mutter und Wurf nicht besuchen oder der Welpe soll sofort mitgehen.
- Der Welpe ist jünger als acht Wochen. In Deutschland dürfen Welpen erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden16.
- Welche Farbe hat das andere Elterntier und wurde es auf das Merle-Gen getestet?
- Kann ich die Testergebnisse und die Ahnentafel sehen?
- Gibt es Röntgenbefunde der Wirbelsäule und einen CDDY-Test der Eltern?
- Wurde das Gehör der Welpen untersucht?
- Kann ich Mutter und Wurf vor Ort besuchen?
Es muss nicht immer ein Welpe sein. Auch in Tierheimen und bei Tierschutzvereinen warten Dackel auf ein neues Zuhause, auch Hunde, die schlecht hören oder sehen. Ein tauber oder sehbehinderter Hund kann mit etwas Anpassung im Alltag gut zurechtkommen. Lass dich dazu am besten von der abgebenden Stelle und einem erfahrenen Hundetrainer beraten.
Passt ein Tigerdackel zu dir?
- einen echten Dackel mit Charakter und Jagdnase suchst
- Zeit für Spaziergänge, Training und Suchspiele hast
- gelassen bleibst, wenn er seinen eigenen Kopf hat
- bereit bist, beim Züchter genau nach Merle-Tests zu fragen
- auf seinen Rücken achten möchtest
- dich nur wegen der Farbe für einen Hund entscheidest
- einen Hund suchst, der ohne Leine immer zuverlässig folgt
- jeden Tag viele Stunden außer Haus bist
- mögliche Tierarztkosten nicht einplanen kannst
Das Tigermuster macht deinen Dackel zum Hingucker, aber den Alltag bestimmt sein Dackel-Charakter. Wenn du dir unsicher bist, ob ein Dackel überhaupt zu dir passt, mach unseren kurzen Test: Passt ein Dackel zu dir?
Unsere Dackel-Motive werden erst gedruckt, wenn du bestellst.
Häufige Fragen zum Tigerdackel
Was ist ein Tigerdackel?
Ein Dackel mit dem Fellmuster „gefleckt (Merle)“. Er ist keine eigene Rasse, sondern ein ganz normaler Dackel mit marmoriertem Fell. Das Muster ist im FCI-Standard erlaubt und kommt in allen Größen und Fellarten vor. Mehr dazu →
Ist ein Tigerdackel eine Qualzucht?
Ein Tigerdackel mit einem einfarbigen Elternteil nicht. Er ist im Standard erlaubt und wird im Deutschen Teckelklub gezüchtet. Die Verpaarung von zwei Tigern gilt dagegen als Qualzucht, weil ein Viertel der Welpen das Merle-Gen doppelt erben kann. Sie ist im Teckelklub verboten. Mehr dazu →
Was ist ein Weißtiger?
Meistens ein Dackel, der das Merle-Gen doppelt geerbt hat. Mehr als die Hälfte bis fast das ganze Fell ist weiß. Weißtiger haben häufig Probleme mit Augen und Ohren und dürfen im Teckelklub nicht gezüchtet werden. Mehr dazu →
Welche Farben gibt es beim Tigerdackel?
Die Grundfarbe ist laut FCI-Standard schwarz oder braun, Ausnahme ist rot gefleckt. Daraus ergeben sich Schwarztiger, Braun- oder Schokotiger und Rottiger. Erwünscht sind unregelmäßige graue oder beige Flecken ohne große Platten. Mehr dazu →
Was ist der Unterschied zwischen Tigerdackel und gestromtem Dackel?
Der Tigerdackel hat hellere Flecken auf dunklem Grund, verursacht durch das Merle-Gen. Der gestromte Dackel ist rot mit dunklen Streifen und hat mit dem Merle-Gen nichts zu tun. Beide Muster sind im Standard erlaubt. Mehr dazu →
Warum haben Tigerdackel blaue Augen?
Das Merle-Gen kann auch die Iris aufhellen. Blaue oder teilweise blaue Augen sind bei gefleckten Dackeln laut Standard nicht erwünscht, aber toleriert. Ein blaues Auge heißt nicht automatisch, dass der Hund schlecht hört. Mehr dazu →
Wie alt werden Tigerdackel?
Eine eigene Zahl für Tigerdackel gibt es nicht. Eine britische Studie nennt für Zwergdackel über alle Farben hinweg einen Median von 14,0 Jahren, der VDH für den Dackel durchschnittlich 13 Jahre. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Tiger mit nur einem Merle-Gen kürzer leben. Mehr dazu →
Sind Tigerdackel öfter krank?
Tiger mit nur einem Merle-Gen haben ein kleines Risiko für Hörprobleme. In einer Studie waren 3,5 % auf mindestens einem Ohr taub. Bei doppeltem Merle-Gen waren es 25 %, dazu kommen häufig Augenprobleme. Ansonsten gelten die typischen Dackel-Themen wie der Rücken. Mehr dazu →
Haben Tigerdackel einen anderen Charakter?
Nein. Das Merle-Gen verändert das Fell, nicht das Wesen. Tigerdackel sind genauso freundlich, mutig und manchmal stur wie andere Dackel. Mehr dazu →
Gibt es Zwerg- und Kaninchen-Tigerdackel?
Ja. Das Tigermuster gibt es in allen drei Größen, also Teckel, Zwergteckel und Kaninchenteckel, und in allen drei Fellarten Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar. Mehr dazu →
Darf man zwei Tigerdackel verpaaren?
Nein. Im Deutschen Teckelklub sind Tiger × Tiger und Verpaarungen mit kryptischen Merle-Trägern oder Piebald-Trägern verboten. Erlaubt ist ein Tiger mit einem ein- oder zweifarbigen Dackel. Mehr dazu →
Was kostet ein Tigerdackel?
Eine offizielle Preisliste gibt es nicht. Ein Tigerdackel sollte nicht deutlich mehr kosten als seine einfarbigen Wurfgeschwister. Ein Aufpreis für eine „seltene Farbe“ ist eher ein Warnsignal als ein Qualitätsmerkmal. Mehr dazu →
Wo finde ich einen seriösen Tigerdackel-Züchter?
In Deutschland ist der Deutsche Teckelklub eine gute Anlaufstelle. In seiner Welpensuche kannst du auch nach Farbe filtern. Ein seriöser Züchter zeigt dir Mutter und Wurf und kann dir die Merle-Tests beider Eltern belegen. Mehr dazu →
Quellen
- FCI-Standard Nr. 148: Dachshund (Teckel), Fassung vom 14.03.2022– Farbmuster gefleckt (Merle) und gestromt, Augen, Größenklassen, Wesen, Ausschlussfehler
- Deutscher Teckelklub 1888 e.V.: Zucht- und Eintragungsbestimmungen (ZEB), gültig ab 01.09.2025– Ziff. 2.2.4 untersagte Verpaarungen, Ziff. 2.3.2 und 2.5.3 Merle-Tests, Ziff. 3.1.3 Eintragung ohne Zuchtzulassung
- Deutscher Teckelklub: Neuzüchterbroschüre (Stand Oktober 2025)– Gentests (CDDY, Merle) und Röntgen vor dem Zuchteinsatz
- Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht: Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen), 1999– Abschnitt Merlesyndrom: Weißtiger, Gen-Dosis-Effekt, perinatale Sterblichkeit bis 47 % (Meyer 1977), Zuchtverbot Tiger × Tiger; Literatur u. a. Nachtsheim 1935, Wegner & Reetz 1975
- Clark, Wahl, Rees & Murphy (2006): Retrotransposon insertion in SILV is responsible for merle patterning of the domestic dog. PNAS 103(5): 1376–1381– Ursache des Merle-Musters, unvollständig dominante Vererbung, gefleckte Dackel untersucht
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Merle– Merle verändert nur das dunkle Pigment, kryptisches Merle, Risiken bei doppeltem Merle
- Langevin, Synkova, Jancuskova & Pekova (2018): Merle phenotypes in dogs – SILV SINE insertions from Mc to Mh. PLOS ONE 13(9): e0198536– 181 Hunde aus 14 Rassen, davon 9 Dackel; Merle-Längen und Mosaike
- Strain et al. (2009): Prevalence of deafness in dogs heterozygous or homozygous for the merle allele. Journal of Veterinary Internal Medicine 23(2): 282–286– 153 Merle-Hunde aus 10 Rassen, darunter 4 Dackel; Taubheit 3,5 % vs. 25 %
- Dausch, Wegner, Michaelis & Reetz (1978): Augenveränderungen beim Merlesyndrom des Hundes. Albrecht von Graefes Archiv für klinische und experimentelle Ophthalmologie 206: 135–150– 44 Teckel, davon 11 Weißtiger
- Strain, G. M., LSU School of Veterinary Medicine: Genetics of Deafness in Dogs– Zusammenhang von Pigment, Innenohr und Taubheit, blaue Augen
- The Kennel Club (2020): Registration of dogs of merle colouring– Merle beim Dachshund heißt „dapple“
- McMillan et al. (2024): Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death. Scientific Reports– Zwergdackel im Ergebnisteil mit 14,0 Jahren; eine Abbildungsunterschrift nennt abweichend 12,2 Jahre
- VDH: Rasselexikon Teckel– durchschnittliche Lebenserwartung 13 Jahre
- Science for Animal Welfare: Dachshunds – Intervertebral disc disease (IVDD)– Überblick über Prävalenzstudien
- Deutscher Teckelklub: Welpensuche und Wurfmeldungen
- Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV), § 2 Abs. 4– Trennung vom Muttertier erst ab einem Alter von über acht Wochen
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (Österreich): Verbot der Qualzucht – Hunde– § 5 Abs. 2 Z 1 TSchG, Taubheit und Blindheit, Verpaarung zweier Tiere mit Merle-Faktor
- Tierschutzgesetz (TierSchG), § 11b– Verbot von Qualzüchtungen
Alle Zahlen stammen aus den genannten Quellen. Aussagen ohne Quellenangabe sind allgemeine Praxishinweise. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung.



