Dackel: Größen, Wesen, Farben & Gesundheit

Kurze Beine, langer Rücken und ein Kopf voller eigener Pläne: Der Dackel ist einer der bekanntesten Hunde Deutschlands. Hier erfährst du, welche Dackel-Größen es gibt, wie groß und schwer ein Standarddackel wird, wie er aussieht, was sein Wesen ausmacht und worauf du bei Haltung und Gesundheit achten solltest. Wir halten uns dabei an den offiziellen Rassestandard, an Zahlen des VDH und an aktuelle Studien. Die Quellen findest du am Ende des Artikels.

Roter Kurzhaardackel steht am Sandstrand und schaut über die Schulter zurück
Steckbrief
  • HerkunftDeutschlandFCI-Standard Nr. 148, Gruppe 4, mit Arbeitsprüfung1
  • Varietäten3 Größen, 3 FellartenTeckel, Zwerg und Kaninchen, jeweils in Kurz-, Rau- und Langhaar1
  • Größenach BrustumfangTeckel-Rüden über 37 bis 47 cm, gemessen ab 15 Monaten1
  • Gewichtnicht festgelegtals Richtwert für den Teckel gelten oft bis etwa 9 kg23
  • Lebenserwartungrund 13 JahreDurchschnitt laut VDH, viele werden älter5
  • Wesenmutig und eigenständigfreundlich, weder ängstlich noch aggressiv1

Was ist ein Dackel?

Kurz gesagt

Der Dackel ist ein deutscher Jagdhund für die Arbeit über und unter der Erde. Offiziell heißt er Dachshund, Jäger sagen meist Teckel. Es gibt ihn in drei Größen und drei Fellarten, zusammen also in neun Varietäten1.

Dackel sind seit dem Mittelalter bekannt. Aus Bracken wurden damals Hunde gezüchtet, die in Fuchs- und Dachsbaue kriechen konnten. Daraus wurde laut Rassestandard eine der vielseitigsten Jagdgebrauchshunderassen1. In der FCI hat der Dackel eine eigene Gruppe, die Gruppe 4 „Dachshunde“, in der er die einzige Rasse ist23. Wie die drei Namen zusammenhängen, erklären wir im Artikel Dackel, Teckel, Dachshund: der Unterschied.

Brauner Dackel mit hellen Abzeichen, orangem Halsband und Hundemarke steht mit erhobener Rute im hohen Gras

Der älteste Zuchtverein ist der Deutsche Teckelklub 1888 e.V.1. Er wurde im Juni 1888 gegründet und hat heute rund 20.000 Mitglieder in etwa 300 Gruppen2. Wie aus dem Jagdhund ein Familienhund wurde, liest du in der Geschichte des Dackels.

Wie beliebt ist der Dackel?

Sehr. In der Welpenstatistik des VDH steht der Teckel seit Jahren auf Platz 2, nur der Deutsche Schäferhund liegt vorn. 2025 wurden im VDH 4.508 Dackelwelpen eingetragen, das ist gut jeder zwölfte Rassehundewelpe4. Die Zahl geht allerdings zurück: Im Corona-Jahr 2021 waren es noch 7.205 Welpen, seitdem ist sie um gut ein Drittel gesunken4. Auch in den USA gehört der Dackel zu den Lieblingen. Beim American Kennel Club lag er 2025 auf Platz 57. Mehr dazu im Artikel Dackel im Trend.

Dackel-Größen im Vergleich: Teckel, Zwerg und Kaninchen

Kurz gesagt

Beim Dackel entscheidet nicht die Schulterhöhe über die Größe, sondern der Brustumfang. Gemessen wird ab einem Alter von 15 Monaten. Ein Gewicht legt der Standard für keine der drei Größen fest1.

Der FCI-Standard unterscheidet den Teckel (früher oft Normal- oder Standardteckel genannt), den Zwergteckel und den Kaninchenteckel. Seit der Fassung von 2022 gelten für Rüden und Hündinnen unterschiedliche Werte1:

Dackel Größenvergleich nach Brustumfang laut FCI-Standard Brustumfang in Zentimetern, gemessen ab 15 Monaten. Kaninchenteckel: Rüden 27 bis 32 cm, Hündinnen 25 bis 30 cm. Zwergteckel: Rüden über 32 bis 37 cm, Hündinnen über 30 bis 35 cm. Teckel: Rüden über 37 bis 47 cm, Hündinnen über 35 bis 45 cm. Ein Gewicht ist nicht festgelegt. Brustumfang nach FCI-Standard Rüde Hündin Kaninchen 27–32 25–30 Zwerg über 32–37 über 30–35 Teckel über 37–47 über 35–45 Alle Werte in cm, gemessen ab 15 Monaten. Ein Gewicht legt der Standard nicht fest.

Der Brustumfang wird rund um den Brustkorb an seiner tiefsten Stelle gemessen. Im Deutschen Teckelklub werden Zuchthunde offiziell vermessen. Liegt ein Hund außerhalb seiner Größenklasse, kann er in die passende Klasse umgesetzt werden3. Bei einem Welpen lässt sich deshalb nur schätzen, wie groß er wird. Alles zu den kleinen Varianten findest du in den Porträts zum Zwergdackel und zum Kaninchendackel.

In den USA gelten andere Regeln: Dort gibt es nur zwei Größen und sie werden nach Gewicht eingeteilt. Was das bedeutet, liest du im Artikel „Amerikanischer Dackel“.

Standarddackel: Wie groß und schwer wird ein normaler Dackel?

Kurz gesagt

Ein Standarddackel hat als Rüde über 37 bis 47 cm Brustumfang, als Hündin über 35 bis 45 cm1. Als Richtwert für das Gewicht liest man oft bis etwa 9 kg23. Im FCI-Standard steht aber kein Gewicht.

„Standarddackel“, „Normalteckel“ oder „normaler Dackel“ meinen alle dasselbe: die größte der drei Varietäten, die im Standard einfach „Teckel“ heißt1. Eine Schulterhöhe nennt der Standard nicht. Angaben wie „20 bis 27 cm Widerristhöhe“ findest du zwar oft im Netz, belegen konnten wir sie aber nicht.

Beim Gewicht hilft ein Blick in eine große Halterumfrage aus Großbritannien. Dort wogen Standarddackel je nach Fellart im Schnitt 9,5 bis 12,6 kg13. Britische und deutsche Dackel stammen aus unterschiedlichen Zuchtlinien. Der Wert lässt sich deshalb nicht eins zu eins übertragen. Wichtiger als eine Zahl auf der Waage ist ohnehin, dass dein Dackel schlank bleibt. Als Faustregel gilt: Die Rippen kannst du ohne Druck fühlen und von oben ist eine Taille zu sehen.

Wie lang ist ein Dackel?

Hier ist der Standard erstaunlich genau. Der Körper soll etwa 1,7- bis 1,8-mal so lang sein wie der Hund hoch ist. Gemessen wird von der Brustbeinspitze bis zum Sitzbeinhöcker. Der Abstand vom Boden zur Brust beträgt etwa ein Drittel der Widerristhöhe1. Ein Rechenbeispiel: Ist ein Dackel am Widerrist 25 cm hoch, misst sein Rumpf etwa 43 bis 45 cm, die Rute nicht mitgezählt.

So wird ein Dackel vermessen Dackel-Silhouette nach dem Dackelmania-Motiv Pablo, in den Proportionen des FCI-Standards. Die Körperlänge von der Brustbeinspitze bis zum Sitzbeinhöcker beträgt etwa das 1,7- bis 1,8-Fache der Widerristhöhe, der Abstand vom Boden zur Brust etwa ein Drittel der Widerristhöhe. Der Brustumfang wird hinter den Vorderläufen gemessen und bestimmt die Größenklasse. So wird ein Dackel vermessen Höhe Brustumfang → Größenklasse ≈ ⅓ Höhe Körperlänge ≈ 1,7 bis 1,8 × Höhe Höhe = Widerristhöhe. Proportionen nach FCI-Standard, gezeichnet nach unserem Motiv Pablo.

Aussehen und Körperbau

Der Standard beschreibt den Dackel als niedrig, kurzläufig und langgestreckt, aber kompakt und sehr muskulös. Er trägt den Kopf „keck herausfordernd“ und hat einen aufmerksamen Gesichtsausdruck1. Typisch sind außerdem die Hängeohren, die tiefe Brust und eine Rute, die in Verlängerung des Rückens getragen wird. Trotz der kurzen Beine soll der Körperbau beweglich und flink bleiben, denn dafür wurde der Dackel gezüchtet1.

Warum hat der Dackel so kurze Beine?

Das liegt an einer Genkopie. 2009 fanden Forschende des US-Genomforschungsinstituts NHGRI bei der Untersuchung von 835 Hunden eine zusätzliche Kopie des Wachstumsgens FGF4. Sie sorgt für die kurzen, oft leicht gebogenen Beine und erklärt die Kurzbeinigkeit bei Dackel, Corgi, Basset und mindestens 16 weiteren Rassen. Entstanden ist sie schon früh in der Geschichte des Haushunds8.

2017 entdeckte ein anderes Team eine zweite FGF4-Kopie auf einem anderen Chromosom. Sie verkürzt die Beine ebenfalls und lässt die Bandscheiben früh altern. Diese Variante heißt CDDY und gilt als wichtiger Risikofaktor für Bandscheibenvorfälle9. Der Deutsche Teckelklub schreibt für Zuchthunde deshalb einen Gentest auf CDDY vor3. Mehr dazu im Abschnitt Gesundheit.

Fellarten: Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar

Alle drei Fellarten gibt es in allen drei Größen1. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Optik, sondern auch in der Pflege:

  • Glattes FellKurzhaardackelKurz, dicht, glänzend und glatt anliegend1. Gelegentliches Bürsten reicht.
  • Drahtiges FellRauhaardackelHartes Deckhaar mit Unterwolle, dazu Bart und buschige Augenbrauen1. Muss regelmäßig getrimmt werden6.
  • Langes FellLanghaardackelWeich und glänzend, an Ohren, Brust, Läufen und Rute deutlich länger1. Regelmäßig kämmen.
Roter Langhaardackel steht auf einem gefliesten Hof, dahinter schnuppert ein roter Dackel mit kurzem Fell an einem Stock

Spannend: Hinter den Fellarten stecken einzelne Gene und Dackel haben geholfen, sie zu finden. Für eine Studie von 2009 wurden 96 Dackel aller drei Fellarten und über 900 weitere Hunde aus 80 Rassen untersucht. Ergebnis: Eine Variante im Gen RSPO2 sorgt für Bart und Augenbrauen, eine Variante im Gen FGF5 für langes Fell10. Der Rauhaardackel trägt also den „Bart-Schalter“, der Langhaardackel den „Langhaar-Schalter“.

Welche Fellart ist deine?

Für jede Fellart gibt es bei uns ein eigenes Motiv. Gedruckt wird erst, wenn du bestellst.

Farben: Was ist beim Dackel erlaubt?

Kurz gesagt

Der FCI-Standard kennt beim Dackel Rot, Schwarz oder Braun mit Brand (helle Abzeichen), gefleckt (Merle, bei uns „Tiger“) und gestromt. Saufarben gibt es nur beim Rauhaardackel. Alle anderen Farben sind ausgeschlossen, auch Weiß und Schwarz ohne Abzeichen1.

Bei allen Fellarten
  • Rotauch mit dunkler Stichelung
  • Schwarz mit Brand
  • Braun mit Brand
  • Gefleckt (Merle, Tiger)
  • Gestromtrot mit dunklen Streifen
Nur beim Rauhaardackel
  • Saufarben
  • Braun-saufarben
Im FCI-Standard ausgeschlossen
  • Weißauch mit Abzeichen
  • Gescheckt (Piebald)
  • Creme
  • Blau und Isabella

Quelle: FCI-Standard1. Ein kleiner weißer Brustfleck ist erlaubt. Schwarz oder Braun ohne Brand sind ebenfalls ausgeschlossen.

Braun gefleckter und schwarz-brauner Kurzhaardackel stecken auf Kopfsteinpflaster die Köpfe zusammen

Gefleckte Dackel heißen bei uns Tigerdackel. Sie sind erlaubt, solange nicht zwei gefleckte Elterntiere miteinander verpaart werden. Warum das so wichtig ist, erklären wir im Artikel zum Tigerdackel. Gescheckte Piebald-Dackel und Farben wie Creme, Blau oder Isabella gibt es vor allem in den USA, mehr dazu im Artikel „Amerikanischer Dackel“.

Wesen und Charakter: Was macht den Dackel aus?

Kurz gesagt

Laut Standard ist der Dackel freundlich, weder ängstlich noch aggressiv und ausgeglichen. Gleichzeitig ist er ein leidenschaftlicher, ausdauernder Jagdhund mit feiner Nase1. Im Alltag heißt das: viel Persönlichkeit, viel Nase und ein eigener Kopf.

Der Charakter des Dackels erklärt sich aus seiner Arbeit. Im Bau ist der Hund auf sich allein gestellt, kein Jäger kann ihm dort Kommandos geben. Er musste also mutig sein und selbst entscheiden. Genau das schätzen Dackelfans bis heute. Genau das macht die Erziehung aber manchmal zäh. Der VDH bringt es auf den Punkt: Der Dackel hat seinen eigenen Kopf und ist stets bedacht, ihn auch durchzusetzen5. Mit liebevoller Konsequenz ab dem ersten Tag kommst du am weitesten. Wie das konkret geht, liest du im Ratgeber Dackel Erziehung.

  • EigenschaftMutigEr stellt sich auch größeren Tieren. Scheu passt nicht zum Rassebild1.
  • EigenschaftEigenständigEr denkt mit und gehorcht nicht blind. Mit Belohnung und Geduld lernt er gut.
  • EigenschaftFeine NaseSchnüffeln und Suchen sind sein Lieblingsjob. Der Jagdtrieb bleibt, auch wenn er nie jagt.
  • EigenschaftAnhänglichEr möchte voll zur Familie gehören. Ein Leben im Zwinger wäre für ihn eine Qual6.
Roter Dackel schaut vor grünem Hintergrund mit großen Augen schräg nach oben

Was Studien über den Dackel sagen

Eine Untersuchung aus den USA hat Halterangaben zu Aggression bei vielen Rassen verglichen. Der Dackel gehörte zu den Rassen mit überdurchschnittlich viel Aggression gegenüber fremden Menschen und Hunden. In der Gruppe, die über den Rasseclub befragt wurde, hatten knapp 7 % der Dackel schon einmal einen Fremden gebissen oder es versucht. In der Online-Gruppe waren es knapp 21 %11. Dazu passt eine große Studie mit über 18.000 Hunden aus dem Jahr 2022: Dackel lagen bei der Kontaktfreude gegenüber Menschen seltener im obersten Viertel als der Durchschnittshund12.

Dieselbe Studie relativiert aber auch: Die Rasse erklärt nur rund 9 % der Unterschiede im Verhalten einzelner Hunde12. Dein Dackel ist also vor allem ein Individuum. Erziehung, Sozialisierung und Alltag prägen ihn stärker als jedes Klischee. Gewöhne ihn von klein auf an Besuch, andere Hunde und fremde Hände.

Ist der Dackel ein Kläffer?

Er ist ein Hund, der sich meldet. Das ist zum Teil sogar gewollt: Bei der Jagd soll der Dackel „spurlaut“ sein, also bellen, sobald er eine Spur verfolgt. Laut VDH sorgen der Spurlaut und sein geringes Tempo dafür, dass das Wild vergleichsweise langsam vor ihm herzieht und sicherer erlegt werden kann6. Dazu kommt seine Wachsamkeit. Eine Studie, die Dackel als besonders bellfreudig belegt, haben wir aber nicht gefunden. Erfahrungsgemäß hilft dreierlei: ausreichend Auslastung, ein geübtes Abbruchsignal und kein Lob, wenn er am Fenster Alarm schlägt.

Haltung im Alltag: Bewegung, Beschäftigung und Pflege

Kurz gesagt

Der Dackel braucht keinen Garten, aber tägliche Spaziergänge und Aufgaben für seine Nase. In einer großen Halterumfrage hatten Dackel mit mehr als einer Stunde Bewegung am Tag seltener Bandscheibenprobleme als Dackel mit weniger als 30 Minuten13.

Der VDH betont, dass der Dackel anders als viele Jagdhunde auch als reiner Familienhund gut zurechtkommt, wenn er regelmäßig lange Spaziergänge und Kopfarbeit bekommt6. Eine Stadtwohnung ist deshalb kein Problem. Für den Freilauf brauchst du einen sicheren Rückruf, denn sein Jagdtrieb kann ihn schnell auf eine Straße führen. In wildreichen Gegenden ist eine Schleppleine oft die bessere Wahl.

Mensch in heller Jacke geht mit einem roten Dackel im blauen Pullover an der Leine über einen Gehweg

Ideal sind Beschäftigungen, die Kopf und Nase fordern: Suchspiele, Mantrailing oder Obedience6. Viele Gruppen des Teckelklubs bieten Training und eine Begleithundeprüfung an6. Ideen für zu Hause findest du im Artikel Dackel beschäftigen, eine gelenkschonende Hundesportart stellen wir bei Rally Obedience vor. Agility mit vielen Sprüngen passt wegen des langen Rückens weniger gut.

Treppen und Sofa: Wie vorsichtig muss ich sein?

Hier ist die Studienlage dünner, als viele denken. In der britischen DachsLife-Umfrage hatten Dackel, die nicht aufs Sofa springen durften, sogar häufiger Bandscheibenprobleme. Die Forschenden halten es für möglich, dass Halter erkrankter Hunde das Springen erst danach verboten haben. Eine feste Empfehlung leiten sie daraus nicht ab13. Unser Praxistipp: Lass deinen Dackel trotzdem nicht ständig aus großer Höhe springen. Eine Rampe am Sofa und Tragen bei langen Treppen schaden nicht und schonen den Rücken.

Pflege je nach Fellart

Laut VDH ist das Fell aller Dackel pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten oder Kämmen reicht5. Nur der Rauhaardackel braucht mehr: Sein abgestorbenes Deckhaar wird mindestens zweimal im Jahr von Hand ausgezupft. Bleibt das tote Haar stehen, verliert das Fell seinen Wetterschutz und die Haut kann sich entzünden6. Weil der Dackel so tief am Boden läuft, lohnt sich nach Waldspaziergängen ein Blick auf Zecken. Bei Regen wird er außerdem schnell nass, Tipps dazu stehen im Artikel Dackel und Regenwetter. Und wenn bei dir gerade ein Welpe einzieht: So wird dein Dackel stubenrein.

Gesundheit und Lebenserwartung

Kurz gesagt

Dackel werden laut VDH im Schnitt 13 Jahre alt5. Das größte Gesundheitsthema ist der Rücken: Rund ein Viertel aller Dackel braucht im Laufe des Lebens tierärztliche Hilfe wegen der Bandscheiben17.

Der Rücken: Dackellähme

Ältere Studien zeigen: Dackel haben ein 10- bis 12,6-fach höheres Risiko für einen Bandscheibenvorfall als andere Rassen. Etwa 80 % der Fälle treten im Alter zwischen drei und sieben Jahren auf17. Der Grund liegt in den Genen: Bei Dackeln altern die Bandscheiben früh, sie verkalken und werden spröde917. Eine britische Studie zeigt außerdem: Je länger der Rücken im Verhältnis zur Höhe ist, desto größer das Risiko16.

Zwei neuere Auswertungen liefern Details. In der DachsLife-Umfrage mit über 2.000 Dackeln hatten 15,7 % schon einmal einen Bandscheibenvorfall. Am häufigsten waren Kurzhaardackel in Standardgröße betroffen (24,4 %), am seltensten Rauhaardackel in Standardgröße (7,1 %)13. Eine Studie mit 4.295 Dackeln aus Großbritannien, Norwegen und Dänemark bestätigte 2026: Kurzhaardackel schnitten bei der Rückengesundheit in allen drei Ländern schlechter ab als Lang- und Rauhaardackel15.

Was du für den Rücken tun kannst
  • Halte deinen Dackel schlank. Übergewicht erhöht das Risiko16.
  • Sorge für tägliche Bewegung. Mehr als eine Stunde am Tag ging in DachsLife mit weniger Bandscheibenproblemen einher13.
  • Besprich das Kastrieren mit der Tierarztpraxis. Kastrierte Hündinnen hatten in einer Auswertung ein knapp doppelt so hohes Risiko, bei Rüden war eine Kastration vor dem ersten Geburtstag ungünstig14.
  • Achte auf Warnzeichen wie Rückenschmerzen, Zittern, einen gekrümmten Rücken oder unsicheres Laufen. Dann sofort zum Tierarzt.

Woran du eine Dackellähme erkennst und wie sie behandelt wird, liest du im Ratgeber Dackellähme.

Weitere Erbkrankheiten und Gentests

Der Deutsche Teckelklub schreibt für Zuchthunde je nach Haarart Gentests vor, unter anderem auf CDDY, auf eine erbliche Netzhauterkrankung (crd-PRA) und auf die Glasknochenkrankheit (OI). Bei gefleckten Hunden ist ein Merle-Test Pflicht3. Werden zwei Merle-Träger verpaart, steigt das Risiko für Taubheit und Augenschäden bei den Welpen stark. Deshalb ist diese Verpaarung im Teckelklub verboten3. Mehr dazu im Artikel zum Tigerdackel.

Wie alt werden Dackel?

Der VDH nennt für den Dackel eine durchschnittliche Lebenserwartung von 13 Jahren5. Eine große britische Studie kommt bei Zwergdackeln auf einen Median von 14,0 Jahren18. Damit gehört der Dackel zu den eher langlebigen Rassen. 15 Jahre und mehr sind laut VDH keine Seltenheit6.

Drei Kurzhaardackel sitzen auf einem Hundebett mit Leopardenmuster, einer davon rot mit grauer Schnauze

Hinweis: Dieser Abschnitt fasst Studien und Standards zusammen. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und keine Beratung durch deine Tierarztpraxis.

Ist der Dackel eine Qualzucht?

Der Dackel als Rasse ist nicht verboten. Das Tierschutzgesetz untersagt aber Zuchten, bei denen erblich bedingte Schmerzen, Leiden oder Schäden bei den Nachkommen zu erwarten sind20. Die neue EU-Verordnung zum Wohlergehen von Hunden und Katzen verbietet ab dem 1. Juli 2030 die Zucht mit Hunden, die übermäßig ausgeprägte Körpermerkmale haben. Welche Merkmale das sind, legt die EU-Kommission erst noch fest, eine Rasse nennt die Verordnung nicht21. Für den Dackel heißt das: Ein gesunder, nicht übertriebener Körperbau wird noch wichtiger. Die ganze Debatte haben wir im Artikel Wird der Dackel verboten? zusammengefasst.

Dackel kaufen oder adoptieren: Worauf achten?

Ein seriöser Züchter zeigt dir die Mutterhündin samt Wurf und beantwortet Fragen zu Gentests und Röntgenbefunden. Welpen gibt er erst ab, wenn sie älter als acht Wochen sind, so schreibt es die Tierschutz-Hundeverordnung vor19. Züchter im Teckelklub halten sich zusätzlich an dessen Zuchtbestimmungen3. Eine Preisspanne nennen wir bewusst nicht, weil wir dafür keine belastbare Quelle gefunden haben. Plane neben dem Kaufpreis laufende Kosten für Futter, Hundesteuer, Haftpflicht und Tierarzt ein.

Hier solltest du hellhörig werden
  • Du darfst Mutter und Wurf nicht sehen oder der Welpe wird an einem Parkplatz übergeben.
  • Der Welpe ist acht Wochen alt oder jünger19.
  • Beide Elterntiere sind gefleckt (Tiger)3.
  • Es wird mit „Teacup“, „Micro“ oder seltenen Farben geworben, Gesundheitsnachweise gibt es aber keine.

Auch im Tierheim warten immer wieder Dackel und Dackel-Mischlinge, oft schon erwachsen und erzogen. Das kann gerade für Einsteiger eine gute Wahl sein, denn bei einem erwachsenen Hund weißt du schon, wie er tickt.

Kultstatus: Waldi, Hausmeister Krause und Co.

Kaum ein Hund ist so sehr Teil der deutschen Popkultur. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war der Dackel „Waldi“ das Maskottchen. Das Organisationskomitee wählte ihn, weil der Dackel in Bayern so beliebt ist und Eigenschaften hat, die auch Sportler brauchen: Widerstandskraft, Beharrlichkeit und Wendigkeit. Rund zwei Millionen Waldi-Artikel wurden in 20 Ländern verkauft22. Längst Kult ist auch der Spruch „Alles für den Dackel, alles für den Club“ aus der Serie „Hausmeister Krause“23. Die Geschichte dahinter liest du im Artikel Alles für den Dackel, alles für den Club. Dackel auf der Leinwand findest du bei unseren Dackel Filmen, Dackel in echt bei den Dackel-Veranstaltungen und am Tag des Dackels.

Passt ein Dackel zu dir?

Roter Kurzhaardackel mit rotem Halsband sitzt seitlich auf dem Boden eines Kinderzimmers
Passt gut, wenn du …
  • einen Hund mit Charakter suchst und Humor mitbringst
  • jeden Tag Zeit für Spaziergänge und Suchspiele hast
  • konsequent bleibst, auch wenn er dich mit seinem Dackelblick ansieht
  • seinen Rücken im Alltag schonen willst
  • Tierarztkosten einplanen kannst
Nicht, wenn du …
  • einen Hund suchst, der aufs Wort gehorcht
  • ihn viele Stunden am Tag allein lassen musst
  • einen Joggingpartner für lange Strecken willst
  • keine Lust hast, an Rückruf und Jagdtrieb zu arbeiten
  • einen Hund für Allergiker suchst

Du hast noch keinen Hund? Ob der Dackel als erster Hund taugt, haben wir im Artikel Dackel als Anfängerhund zusammengefasst. Wenn du es genauer wissen willst, mach unseren kurzen Test: Passt ein Dackel zu dir?

Für alle, deren Herz für Dackel schlägt

Unsere Dackel-Motive werden erst gedruckt, wenn du bestellst.

Häufige Fragen zum Dackel

Welche Dackel-Größen gibt es?

Der FCI-Standard kennt drei Größen: Teckel (Standarddackel), Zwergteckel und Kaninchenteckel. Eingeteilt wird nach dem Brustumfang ab 15 Monaten, nicht nach Schulterhöhe oder Gewicht. Mehr dazu →

Wie groß wird ein Standarddackel?

Ein Standarddackel hat als Rüde über 37 bis 47 cm Brustumfang, als Hündin über 35 bis 45 cm. Eine Schulterhöhe legt der Standard nicht fest. Der Abstand von der Brust zum Boden beträgt etwa ein Drittel der Widerristhöhe. Mehr dazu →

Wie schwer wird ein Dackel?

Ein Gewicht steht nicht im FCI-Standard. Für den Standarddackel gelten oft bis etwa 9 kg als Richtwert, britische Standarddackel wogen in einer Umfrage im Schnitt 9,5 bis 12,6 kg. Wichtiger ist, dass er schlank bleibt. Mehr dazu →

Wie lang ist ein Dackel?

Laut Standard ist der Rumpf etwa 1,7- bis 1,8-mal so lang wie die Widerristhöhe. Bei 25 cm Höhe sind das rund 43 bis 45 cm von der Brust bis zum Hinterteil, ohne Rute. Mehr dazu →

Warum hat der Dackel so kurze Beine?

Wegen einer zusätzlichen Kopie des Wachstumsgens FGF4. Sie entstand früh in der Geschichte des Haushunds und sorgt auch bei Corgi und Basset für kurze Beine. Mehr dazu →

Welche Farben gibt es beim Dackel?

Erlaubt sind Rot, Schwarz oder Braun mit Brand, gefleckt (Tiger) und gestromt, beim Rauhaardackel zusätzlich saufarben. Weiß, Piebald, Creme, Blau und Isabella sind im FCI-Standard ausgeschlossen. Mehr dazu →

Wie ist der Charakter eines Dackels?

Der Dackel ist mutig, eigenständig, wachsam und anhänglich. Laut Standard soll er freundlich, weder ängstlich noch aggressiv und ein leidenschaftlicher Jagdhund sein. Er hat seinen eigenen Kopf und braucht liebevolle Konsequenz. Mehr dazu →

Sind Dackel Kläffer?

Dackel melden sich gern. Das Bellen auf der Spur ist bei der Jagd sogar gewollt, dazu kommt ihre Wachsamkeit. Mit Auslastung und einem geübten Abbruchsignal lässt sich das gut steuern. Mehr dazu →

Ist der Dackel ein guter Familienhund?

Ja, wenn er gut sozialisiert ist, genug Beschäftigung bekommt und Kinder lernen, seine Grenzen zu respektieren. Der VDH beschreibt ihn als Jagdhund, der auch als reiner Familienhund gut zurechtkommt. Mehr dazu →

Wie viel Bewegung braucht ein Dackel?

Täglich mehrere Spaziergänge und Aufgaben für die Nase. In einer großen Halterumfrage hatten Dackel mit mehr als einer Stunde Bewegung am Tag seltener Bandscheibenprobleme. Mehr dazu →

Wie alt werden Dackel?

Laut VDH im Schnitt 13 Jahre, 15 Jahre und mehr sind keine Seltenheit. Eine britische Studie nennt für Zwergdackel einen Median von 14,0 Jahren. Mehr dazu →

Welche Krankheiten sind beim Dackel typisch?

Vor allem Bandscheibenvorfälle (Dackellähme). Rund ein Viertel aller Dackel braucht deswegen irgendwann tierärztliche Hilfe. Dazu kommen erbliche Erkrankungen, auf die der Teckelklub Zuchthunde testet, etwa crd-PRA und OI. Mehr dazu →

Ist ein Dackel für Allergiker geeignet?

Nein. Es gibt keine Hunderasse, die für Allergiker sicher ist. Eine Studie fand im Fell angeblich allergikerfreundlicher Rassen sogar mehr Allergen als bei anderen Hunden. Lass dich vor der Anschaffung ärztlich beraten. Zur Studie →

Ist der Dackel ein Anfängerhund?

Er ist kein klassischer Anfängerhund, kann aber mit Zeit, Geduld und Unterstützung durch eine Hundeschule auch für Einsteiger passen. Ausführlich erklären wir das im Artikel Dackel als Anfängerhund.

Quellen

  1. FCI-Standard Nr. 148: Dachshund (Teckel), Fassung vom 14.03.2022– Geschichte, Verwendung, Erscheinungsbild, Proportionen, Wesen, Brustumfang je Größe und Geschlecht, Farben, Ausschlussfehler; kein Gewicht festgelegt
  2. Deutscher Teckelklub 1888 e.V.: Startseite– Gründung im Juni 1888, rund 20.000 Mitglieder, etwa 300 Gruppen
  3. Deutscher Teckelklub 1888 e.V.: Zucht- und Eintragungsbestimmungen (ZEB), gültig ab 01.09.2025– Gentests (u. a. CDDY, crd-PRA, OI, Merle), untersagte Verpaarungen, Vermessung und Umsetzen in eine andere Größenklasse
  4. VDH: Welpenstatistik 2011 bis 2025– Teckel Platz 2; 4.508 Welpen 2025, 4.788 2024, 7.205 2021; 55.053 Welpen aller Rassen 2025
  5. VDH: Rasselexikon Teckel– durchschnittliche Lebenserwartung 13 Jahre, Wesen („eigener Kopf“), pflegeleichtes Fell, spurlautes Jagen
  6. VDH: Rasse des Monats – Teckel– Spurlaut, Eignung als Familienhund, Beschäftigung (Obedience, Mantrailing, Suchspiele), Begleithundeprüfung im DTK, Trimmen beim Rauhaar, Alter von 15 Jahren und mehr
  7. American Kennel Club: Most Popular Dog Breeds of 2025– Dackel auf Platz 5
  8. Parker et al. (2009): An expressed fgf4 retrogene is associated with breed-defining chondrodysplasia in domestic dogs. Science 325: 995–998 (Pressemitteilung des NHGRI)– 835 Hunde untersucht; FGF4-Kopie erklärt kurze Beine bei Dackel, Corgi, Basset und mindestens 16 weiteren Rassen
  9. Brown et al. (2017): FGF4 retrogene on CFA12 is responsible for chondrodystrophy and intervertebral disc disease in dogs. PNAS 114(43): 11476–11481– zweite FGF4-Kopie (CDDY), Kurzbeinigkeit und frühe Bandscheibendegeneration
  10. Cadieu et al. (2009): Coat variation in the domestic dog is governed by variants in three genes. Science 326: 150–153– 96 Dackel der drei Fellarten, 76 Portugiesische Wasserhunde und 903 Hunde aus 80 Rassen; RSPO2 (Bart und Augenbrauen), FGF5 (langes Fell), KRT71 (Locken)
  11. Duffy, Hsu & Serpell (2008): Breed differences in canine aggression. Applied Animal Behaviour Science 114: 441–460– USA, Halterangaben; Dackel mit überdurchschnittlicher Aggression gegenüber Fremden und Hunden; Beißen oder Beißversuche gegenüber Fremden 6,7 % (Rasseclub) bzw. 20,6 % (online)
  12. Morrill et al. (2022): Ancestry-inclusive dog genomics challenges popular breed stereotypes. Science 376: eabk0639– 18.385 Hunde (Halterangaben), 2.155 genotypisiert; Rasse erklärt rund 9 % der Verhaltensunterschiede; Dackel 0,56-fach seltener im obersten Viertel bei „human sociability“
  13. Packer et al. (2016): DachsLife 2015: an investigation of lifestyle associations with the risk of intervertebral disc disease in Dachshunds. Canine Genetics and Epidemiology 3: 8– 2.031 Dackel (Großbritannien, Halterangaben); Häufigkeit 15,7 %; Kurzhaar Standard 24,4 %, Rauhaar Standard 7,1 %; Bewegung über 1 h/Tag mit geringerem, unter 30 min mit höherem Risiko verbunden; Sprungverbot mit höherem Risiko verbunden (mögliche umgekehrte Ursache); Gewicht der Standarddackel im Schnitt 9,5 bis 12,6 kg
  14. Dorn & Seath (2018): Neuter status as a risk factor for canine intervertebral disc herniation (IVDH) in dachshunds. Canine Genetics and Epidemiology 5: 11– 1.964 Dackel; kastrierte Hündinnen relatives Risiko 1,81; Rüden kastriert vor 12 Monaten 1,5
  15. Hopper et al. (2026): Dachshund spinal health by coat and size type. Journal of Veterinary Internal Medicine 40(4)– 4.295 Dackel aus Großbritannien, Norwegen und Dänemark; Kurzhaar in allen drei Ländern mit schlechterer Rückengesundheit
  16. Packer et al. (2013): How long and low can you go? Effect of conformation on the risk of thoracolumbar intervertebral disc extrusion in domestic dogs. PLOS ONE 8(7): e69650– Rückenlänge im Verhältnis zur Höhe und Übergewicht als Risikofaktoren
  17. Science for Animal Welfare (UFAW): Dachshunds – Intervertebral disc disease (IVDD)– rund 25 % behandlungsbedürftig; 10- bis 12,6-faches Risiko (Priester 1976, Goggin et al. 1970); 80 % der Fälle zwischen 3 und 7 Jahren (Braund 1993)
  18. McMillan et al. (2024): Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death. Scientific Reports– Hunde aus Großbritannien; Zwergdackel im Ergebnisteil mit Median 14,0 Jahren
  19. Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV), § 2 Abs. 4– Trennung vom Muttertier erst ab einem Alter von über acht Wochen
  20. Tierschutzgesetz (TierSchG), § 11b– Verbot von Qualzüchtungen
  21. Verordnung (EU) 2026/1818 (Wohlergehen und Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen), Amtsblatt der EU vom 10.08.2026– Art. 8 Abs. 2: Zuchtverbot bei übermäßig ausgeprägten Körpermerkmalen ab 1. Juli 2030; Festlegung der Merkmale durch delegierte Rechtsakte; keine Rasse genannt
  22. Olympic Museum Lausanne: Waldi, Maskottchen der Olympischen Spiele München 1972– Gründe für die Wahl des Dackels, rund zwei Millionen Artikel in 20 Ländern
  23. Wikipedia: Dackel– Richtwert „Gewichtsobergrenze etwa 9 kg“ für den Teckel, FCI-Gruppe 4 mit nur einer Rasse, Spruch aus „Hausmeister Krause“
  24. Vredegoor et al. (2012): Can f 1 levels in hair and homes of different dog breeds: lack of evidence to describe any dog breed as hypoallergenic. Journal of Allergy and Clinical Immunology 130(4): 904–909– keine Hunderasse als hypoallergen belegbar

Alle Zahlen stammen aus den genannten Quellen. Aussagen ohne Quellenangabe sind allgemeine Praxishinweise. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Zurück zum Blog