Amerikanischer Dackel: Zwergdackel, Größe, Farben & Wesen
Timo EichmannPiebald, Creme, Blau oder Isabella: Der amerikanische Dackel fällt vor allem durch seine Farben auf. Aber ist er wirklich ruhiger, gesünder oder hat er einen kürzeren Rücken, wie oft behauptet wird? Hier erfährst du, was den amerikanischen Dackel ausmacht, wie groß ein amerikanischer Zwergdackel wird, welche Farben es gibt und was du beim Kauf in Deutschland wissen solltest. Wir halten uns dabei an den offiziellen US-Standard und an Studien. Die Quellen findest du am Ende des Artikels.
- Was ist das?Dackel nach US-Standardkeine eigene Rasse, Standard des amerikanischen Dackelclubs DCA und des AKC1
- GrößenStandard und Miniaturenur zwei Größen, eingeteilt nach Gewicht1
- GewichtMiniature bis rund 5 kg11 Pfund ab 12 Monaten; Standard meist rund 7 bis 14,5 kg1
- FellartenKurz-, Rau- und Langhaarwie beim deutschen Dackel1
- FarbenDeutlich mehr als bei unsz. B. Creme, Blau, Isabella, Sable und Piebald1
- WesenMutiger Jagdhundauch der US-Standard beschreibt ihn so1
Was ist ein amerikanischer Dackel?
Der amerikanische Dackel ist keine eigene Rasse. Er ist ein Dackel (englisch „Dachshund“), der nach dem Standard des American Kennel Club (AKC) gezüchtet wird. Dieser Standard erlaubt mehr Farben als der europäische FCI-Standard und teilt die Größen nach Gewicht statt nach Brustumfang ein12.
In Europa gilt für den Dackel der Standard der FCI, in Deutschland wacht der Deutsche Teckelklub darüber23. In den USA schreibt der Dachshund Club of America (DCA) den Standard, der AKC hat ihn anerkannt. Die aktuelle Fassung gilt seit dem 1. Januar 20181. Es ist also dieselbe Rasse, nur mit anderen Regeln.
Wenn hierzulande von „amerikanischen Dackeln“ oder „amerikanischen Zwergdackeln“ die Rede ist, meinen Züchter meist Hunde aus US-Linien oder Hunde in Farben, die nur der amerikanische Standard kennt. Ein Teil der Züchter grenzt sie ausdrücklich von Mischlingen ab1819. Ein geschützter Begriff ist es nicht. Was genau du bekommst, musst du deshalb beim Züchter nachfragen. Einen Überblick über die Rasse insgesamt findest du in unserem Artikel zum Dackel.
Herkunft: Wie kam der Dackel nach Amerika?
Ab den 1880er Jahren wurden Dackel aus Deutschland und Großbritannien in die USA gebracht. 1895 gründeten Züchter von der Ostküste und aus dem Mittleren Westen den Dachshund Club of America. Er ist der achtälteste Mitgliedsclub des AKC4.
Der Erste Weltkrieg war ein tiefer Einschnitt. Wegen der Stimmung gegen alles Deutsche gaben viele Zwinger die Zucht auf. Wer seine Hunde weiter ausstellte, nannte sie „Badger Dogs“. Erst 1923 bekam die Rasse offiziell ihren Namen zurück. In diesem Jahr wurden beim AKC nur 23 Dackel eingetragen. Ende der 1930er Jahre waren es schon über 3.000 pro Jahr4.
Für den heutigen Typ waren zwei Entwicklungen wichtig. Weil Importe aus Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg schwierig waren, holten sich die US-Züchter viele Hunde aus britischen Zwingern. Und der Club setzte vor allem auf den Ausstellungshund. Laut DCA wurde dabei die Schärfe des Jagdhundes abgemildert. Heraus kam ein Dackel, den der Club „mutig, aber vielseitig“ nennt4. Beliebt ist er bis heute: 2025 lag der Dackel bei den Eintragungen des AKC auf Platz 57. Wie es mit der Rasse in Deutschland begann, liest du in der Geschichte des Dackels.
Unterschied zwischen amerikanischem und deutschem Dackel
Die großen Unterschiede stehen im Standard: zwei statt drei Größen, Gewicht statt Brustumfang und deutlich mehr erlaubte Farben. Beim Wesen beschreiben beide Standards einen mutigen Jagdhund12.
| Merkmal | Amerikanischer Dackel (AKC) | Deutscher Dackel (FCI) |
|---|---|---|
| Größen | 2: Standard und Miniature1 | 3: Teckel, Zwergteckel, Kaninchenteckel2 |
| Einteilung | nach Gewicht, ab 12 Monaten1 | nach Brustumfang, ab 15 Monaten2 |
| Fellarten | Kurz-, Rau- und Langhaar1 | Kurz-, Rau- und Langhaar2 |
| Farben | u. a. Creme, Blau, Isabella, Sable, Piebald erlaubt1 | Rot, Schwarz oder Braun mit Brand, Tiger, gestromt; bei Rauhaar auch saufarben2 |
Beim Wesen und beim Körperbau zeichnen beide Standards ein ähnliches Bild. Der US-Standard beschreibt einen klugen, lebhaften und mutigen Hund, bei dem Scheu ein schwerer Fehler ist1. Der FCI-Standard nennt ihn freundlich, weder ängstlich noch aggressiv und einen passionierten Jagdhund2. Beim Körperbau nennt nur der FCI-Standard Zahlen: Die Körperlänge soll etwa das 1,7- bis 1,8-Fache der Widerristhöhe betragen2.
So siehst du auf einen Blick, wie unterschiedlich die beiden Systeme die Größe bestimmen:
Kürzerer Rücken, weniger Jagdtrieb? Der Mythen-Check
Über den amerikanischen Dackel kursieren einige Behauptungen, die du auf vielen Seiten liest. Wir haben nachgeschaut, was sich davon belegen lässt:
- Behauptung„Er hat einen kürzeren Rücken.“Nicht belegt. Der US-Standard verlangt ausdrücklich einen langen Körper mit kurzen Beinen1. Eine Studie, die amerikanische und deutsche Linien vermessen hat, haben wir nicht gefunden.
- Behauptung„Er hat kaum Jagdtrieb.“Nicht belegt. Der US-Standard beschreibt ihn als Jagdhund, der über und unter der Erde ausdauernd arbeitet1. Der DCA sagt nur, die Schärfe sei abgemildert worden4.
- Behauptung„Er ist gesünder.“Nicht belegt. Wir haben keine Studie gefunden, die die Gesundheit amerikanischer und deutscher Linien vergleicht. Einige US-Farben bringen sogar eigene Risiken mit, dazu unten mehr.
- Belegt„Er hat andere Farben.“Stimmt. Der US-Standard erlaubt Farben und Muster, die im FCI-Standard ausgeschlossen sind12.
Die Aussagen zu Rücken, Jagdtrieb und Gesundheit stammen meist von Züchtern selbst und beruhen auf deren Beobachtungen1819. Das kann im Einzelfall stimmen. Als allgemeine Eigenschaft des amerikanischen Dackels taugen sie aber nicht.
Amerikanischer Zwergdackel: Größe und Gewicht
In den USA heißt der Zwergdackel „Miniature“. Er darf mit 12 Monaten und älter höchstens 11 Pfund wiegen, das sind knapp 5 kg. Eine Schulterhöhe oder einen Brustumfang legt der US-Standard nicht fest1.
Der US-Standard kennt den Miniature nicht als eigene Klasse. Er ist eine Abteilung für Dackel mit „11 Pfund und weniger ab einem Alter von 12 Monaten“. Der Standard-Dackel wiegt in der Regel zwischen 16 und 32 Pfund, also rund 7,3 bis 14,5 kg1.
Ein amerikanischer Zwergdackel und ein deutscher Zwergdackel sind deshalb nicht dasselbe. Der deutsche Zwerg wird über den Brustumfang bestimmt, ein Gewicht nennt der FCI-Standard nicht2. Ein Hund kann also nach dem einen System ein Zwerg sein und nach dem anderen nicht. Mehr zum deutschen Zwerg liest du im Porträt zum Zwergdackel.
Tweenie, Kaninchen und Teacup: Gibt es das?
Nicht im US-Standard. Dort gibt es nur Standard und Miniature1. Einen Kaninchendackel kennt nur der FCI-Standard2. Begriffe wie „Tweenie“ für Hunde zwischen Miniature und Standard, „amerikanischer Kaninchendackel“ oder „Teacup“ sind Züchterbezeichnungen ohne offizielle Grundlage.
Aufpassen solltest du bei den Gewichtsangaben. Auf deutschsprachigen Züchterseiten liest man für amerikanische Zwergdackel zum Beispiel „bis 6,5 kg“ oder „bis 7 kg“1819. Nach dem US-Standard wäre ein Hund mit 7 kg aber kein Miniature mehr1. Frag deshalb immer nach, welches Gewicht die Elterntiere haben und auf welchen Standard sich die Angabe bezieht.
Wann ist ein amerikanischer Zwergdackel ausgewachsen?
Für die Größenklasse zählt das Gewicht ab einem Alter von 12 Monaten1. Vorher lässt sich nur schätzen, wie groß und schwer ein Welpe wird. Auch Züchter amerikanischer Dackel schreiben, dass kleine Eltern keine Garantie für kleine Welpen sind19. Eine verlässliche Gewichtstabelle nach Monaten haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir keine. Wichtiger als die Zahl auf der Waage ist ohnehin, dass dein Dackel schlank bleibt. Übergewicht erhöht das Risiko für Bandscheibenvorfälle9.
Im Dackel Kalender 2027 hat jede Fellvariante ihren großen Auftritt. Gedruckt wird erst, wenn du bestellst.
Fellarten: Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar
Auch in den USA gibt es alle drei Fellarten1. Die Beschreibungen ähneln denen des FCI-Standards:
- Glattes FellKurzhaardackelKurz, glatt und glänzend, weder zu lang noch zu dick1.
- Drahtiges FellRauhaardackelDichtes, raues und hartes Deckhaar mit Bart und Augenbrauen. Fehlt die Unterwolle, ist das ein Fehler1.
- Langes FellLanghaardackelGlatt, glänzend und oft leicht gewellt, an Hals, Brust, Ohren und Läufen länger. Lockiges Fell gilt als Fehler1.
Beim amerikanischen Rauhaardackel gilt eine Besonderheit: Alle Farben und Muster des Standards sind erlaubt. Am häufigsten sind laut Standard saufarben, Schwarz mit Brand und verschiedene Rottöne1.
Farben und Muster: Piebald, Dapple, Creme und Co.
Der US-Standard erlaubt unter anderem Creme, Blau und Isabella mit Abzeichen, Sable und Piebald. Diese Farben sind im FCI-Standard nicht vorgesehen und gelten dort als disqualifizierend12.
Der FCI-Standard schließt ausdrücklich alle Farben aus, die er nicht aufzählt2. Der US-Standard macht es genauso, zählt aber deutlich mehr auf1. Die Übersicht:
- Rot
- Schwarz mit Brand
- Braun (Schoko) mit Brand
- Saufarben (Wild Boar)im FCI-Standard nur bei Rauhaar
- Dapple bzw. Tiger (Merle)
- Gestromt (Brindle)
- Creme
- Blau (Grau) mit Brand
- Isabella mit Brand
- Sable
- Piebald (gescheckt)
- Weiß
- Double Dapple
Quellen: US-Standard1, FCI-Standard2. Ein kleiner weißer Brustfleck ist in beiden Standards erlaubt.
Piebald-Dackel
Ein Piebald-Dackel hat klar abgegrenzte weiße Flächen auf einem ansonsten einfarbigen oder zweifarbigen Fell1. Im aktuellen US-Standard ist das Muster erlaubt, in der Fassung von 2007 war es noch ausdrücklich ausgeschlossen15.
Ganz frei ist das Weiß aber auch in den USA nicht. Disqualifiziert werden Piebalds mit blauen Augen, mit mehr als 50 % Weiß am Kopf, mit Weiß an den Ohren oder um die Augen und mit rein weißem Körper16. Augen, Nase und Lefzen müssen zur Grundfarbe passen1.
Dapple (Merle)
„Dapple“ ist der englische Name für das Merle-Muster, bei uns heißt der Hund Tigerdackel. Im US-Standard sind teilweise oder ganz blaue Augen bei Dapples ausdrücklich in Ordnung, ein größerer weißer Brustfleck ebenfalls1. Den „Double Dapple“ aus zwei gefleckten Eltern hat der DCA 2007 als erlaubtes Muster aus dem Standard gestrichen5. Laut DCA haben solche Hunde häufiger Probleme wie Taubheit, kleinere oder fehlende Augen6.
Creme und „English Cream“
Einfarbig Creme ist im US-Standard erlaubt, mit oder ohne eingestreute dunkle Haare1. Im FCI-Standard gibt es diese Farbe nicht2. Den Begriff „English Cream“ kennt der US-Standard nicht, er spricht nur von Creme1. Es handelt sich also um eine Verkaufsbezeichnung.
Blau und Isabella
Blau (im Standard „Grau“) und Isabella (im Standard „Fawn“) sind aufgehellte Varianten von Schwarz und Braun. Der US-Standard erlaubt sie mit Abzeichen in Brand oder Creme16. Der DCA weist selbst darauf hin, dass diese Farben mit Problemen wie dünnem Fell und empfindlicher Haut verbunden sein können6. Mehr dazu im Abschnitt Gesundheit.
Sable, saufarben und gestromt
Sable ist ein gleichmäßiger dunkler Überzug auf rotem Grund, oft mit einer Spitze auf der Stirn. Bei saufarbenen Hunden (Wild Boar) haben die einzelnen Haare helle und dunkle Bänder. Gestromte Dackel (Brindle) zeigen schwarze oder dunkle Streifen, manchmal nur in den Abzeichen16.
Wesen: Ist der amerikanische Dackel ruhiger?
Dafür gibt es keinen Beleg. Auch der US-Standard beschreibt einen klugen, lebhaften und sehr mutigen Jagdhund1. Eine Studie, die das Wesen amerikanischer und deutscher Linien vergleicht, haben wir nicht gefunden.
Laut US-Standard ist der Dackel klug, lebhaft und mutig bis zur Tollkühnheit. Er arbeitet über und unter der Erde ausdauernd und alle seine Sinne sind gut entwickelt. Jede Form von Scheu gilt als schwerer Fehler1. Der FCI-Standard nennt ihn freundlich, weder ängstlich noch aggressiv und einen passionierten Jagdhund2. Die Unterschiede in der Beschreibung sind also klein.
Züchter amerikanischer Dackel beschreiben ihre Hunde als verschmust, familienbezogen und mit wenig Jagdtrieb1819. Dass der US-Club beim Ausstellungshund die Schärfe abgemildert hat, ist belegt4. Daraus folgt aber nicht, dass jeder amerikanische Dackel ein Sofahund ohne Jagdtrieb ist. Auch die Züchter selbst schreiben, dass der Jagdtrieb nicht verschwunden ist1819.
Was eine US-Studie über Dackel zeigt
Spannend ist eine Studie aus den USA. Darin gaben Halter von 188 Dackeln Auskunft. 120 von ihnen wurden über den nationalen Rasseclub befragt, die übrigen 68 nahmen online teil. In der Clubgruppe hatten knapp 7 % der Dackel schon einmal fremde Menschen gebissen oder es versucht. In der Online-Gruppe waren es knapp 21 %. Die Forscher zählen den Dackel zu den Rassen mit überdurchschnittlich viel Aggression gegenüber Menschen und Hunden8.
Die Studie beruht auf Angaben der Halter und sagt nichts über deinen einzelnen Hund. Sie zeigt aber: Auch amerikanische Dackel sind echte Dackel mit eigenem Kopf. Gewöhne deinen Hund deshalb von klein auf an Besuch, andere Hunde und fremde Hände. Wie du mit seinem Dickkopf umgehst, liest du in unserem Ratgeber Dackel Erziehung. Ob ein Dackel für Einsteiger passt, haben wir hier zusammengefasst: Ist der Dackel ein Anfängerhund?
Gesundheit: Was du beim amerikanischen Dackel wissen solltest
Der Rücken ist bei allen Dackeln das wichtigste Thema. Beim amerikanischen Dackel kommen Risiken durch bestimmte Farben dazu: Double Dapple, die Kombination von Merle und Piebald sowie die aufgehellten Farben Blau und Isabella61113.
Der Rücken
Rund ein Viertel aller Dackel braucht im Laufe des Lebens tierärztliche Hilfe wegen der Bandscheiben10. Eine britische Studie zeigt: Je länger der Rücken im Verhältnis zur Höhe, desto größer das Risiko für einen Bandscheibenvorfall. Übergewicht erhöht es zusätzlich9. Dass amerikanische Linien seltener betroffen sind, konnten wir nicht belegen. Halte deinen Dackel schlank und lass ihn möglichst wenig springen. Was bei einem Vorfall zu tun ist, liest du in unserem Ratgeber zur Dackellähme.
Double Dapple sowie Merle und Piebald
Erbt ein Welpe das Merle-Gen doppelt, steigt das Risiko für Taubheit deutlich. In einer Studie waren 3,5 % der einfachen Merle-Hunde auf mindestens einem Ohr taub, bei doppeltem Merle waren es 25 %11. Auch das Piebald-Gen wird bei Hunden mit Taubheit in Verbindung gebracht12. Der Deutsche Teckelklub verbietet deshalb nicht nur die Verpaarung von zwei Merle-Trägern, sondern auch die von Merle-Trägern mit Piebald-Trägern3. Gerade bei amerikanischen Dackeln, wo beide Muster erlaubt sind, solltest du genau nachfragen.
Blau und Isabella: Farbverdünnungs-Alopezie
Bei aufgehellten Farben kann eine Hauterkrankung auftreten, die Farbverdünnungs-Alopezie (CDA). Das Fell wird trocken und brüchig, es entstehen kahle Stellen, oft auf dem Rücken. Sie beginnt meist im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren und ist nicht heilbar, nur die Beschwerden lassen sich lindern14. Bei Dackeln wurde sie bereits 1996 an sieben Hunden beschrieben13. Wie oft sie bei blauen oder isabellfarbenen Dackeln vorkommt, ist nicht bekannt.
Lafora bei Rauhaardackeln
Die Lafora-Krankheit ist eine erbliche Epilepsie, die unter anderem bei kleinen Rauhaardackeln nachgewiesen wurde. Sie wird rezessiv vererbt15. Der Teckelklub verlangt einen Lafora-Test bei Rauhaardackeln aus angelsächsischen Ländern oder mit solchen Vorfahren, bevor sie zur Zucht eingesetzt werden3. Bei einem amerikanischen Rauhaardackel lohnt sich die Frage nach diesem Test.
Wie alt wird ein amerikanischer Dackel?
Eine eigene Zahl für amerikanische Linien gibt es nach unserer Recherche nicht. Für den Dackel allgemein nennt der VDH durchschnittlich 13 Jahre17. Eine große britische Studie kommt bei Zwergdackeln auf einen Median von 14,0 Jahren16. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass amerikanische Dackel grundsätzlich länger oder kürzer leben.
Hinweis: Dieser Abschnitt fasst Studien und Standards zusammen. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und keine Beratung durch deine Tierarztpraxis.
Amerikanischen Dackel kaufen: Worauf achten?
Farben wie Piebald, Creme, Blau oder Isabella sind im Deutschen Teckelklub zuchtausschließend. Wer gezielt mit ihnen züchtet, tut das also außerhalb des Teckelklubs. Umso wichtiger sind Gentests und ein offener Züchter3.
Im Teckelklub zählen „andere Farben als im Standard festgelegt“ zu den Fehlern, die eine Zucht ausschließen3. Ein Dackel aus dem Ausland kann ins Zuchtbuch eingetragen werden, wenn er eine von der FCI anerkannte Ahnentafel hat. Er bekommt dann eine A-Nummer, das bedeutet aber noch keine Zuchtzulassung3. Frag deshalb immer, von welchem Verein die Papiere stammen und was sie bescheinigen.
Das Tierschutzgesetz verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingte Schmerzen, Leiden oder Schäden bei den Nachkommen zu erwarten sind21. Das Qualzucht-Gutachten empfiehlt beim Merle-Gen ein Zuchtverbot für die Verpaarung zweier Merle-Träger22.
- Beide Elterntiere sind gefleckt (Dapple, Tiger). Das ist eine Double-Dapple-Verpaarung56.
- Ein Elternteil ist gefleckt und der andere Piebald. Im Teckelklub ist diese Verpaarung verboten3.
- Der Welpe hat sehr viel Weiß am Kopf, an den Ohren oder um die Augen. Das ist selbst nach US-Standard ein Ausschlussgrund1.
- Der Anbieter wirbt mit „Teacup“, „Micro“ oder „garantiert klein“. Diese Größen gibt es in keinem Standard12.
- Es gibt seltene Farben mit großem Aufpreis, aber keine Nachweise über die Gesundheit der Eltern.
- Du darfst Mutter und Wurf nicht besuchen oder der Welpe soll sofort mitgehen.
- Der Welpe ist jünger als acht Wochen. In Deutschland dürfen Welpen erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden20.
- Welche Farbe und welches Muster haben beide Elterntiere und wurden sie auf das Merle-Gen getestet?
- Bei Blau oder Isabella: Gab es in der Linie Haut- oder Fellprobleme?
- Bei Rauhaar: Gibt es einen Lafora-Test der Eltern?
- Wie schwer sind die Eltern und nach welchem Standard ist der Welpe ein „Zwerg“?
- Welcher Verein hat die Papiere ausgestellt?
- Hatten die Eltern oder Geschwister schon Bandscheibenprobleme?
Was kostet ein amerikanischer Dackel?
Eine offizielle Preisliste gibt es nicht und wir haben keine belastbare Quelle für eine Preisspanne gefunden. Deshalb nennen wir bewusst keine Zahl. Ein hoher Aufpreis nur für eine seltene Farbe sagt nichts über die Gesundheit des Welpen aus. Plane außerdem laufende Kosten für Futter, Hundesteuer, Haftpflicht und Tierarzt ein.
Passt ein amerikanischer Dackel zu dir?
- einen echten Dackel mit Charakter suchst
- Zeit für Spaziergänge, Training und Suchspiele hast
- gelassen bleibst, wenn er seinen eigenen Kopf hat
- beim Züchter genau nach Gentests und Papieren fragst
- seinen Rücken im Alltag schonen willst
- einen Schoßhund ohne Jagdtrieb erwartest
- dich vor allem wegen einer seltenen Farbe entscheidest
- mit ihm im Teckelklub züchten möchtest und er eine nicht anerkannte Farbe hat
- einen Welpen ohne Nachweise kaufen würdest
- mögliche Tierarztkosten nicht einplanen kannst
Am Ende zählt nicht der Pass, sondern der Hund. Ein amerikanischer Dackel ist ein Dackel mit allem, was dazugehört. Wenn du dir unsicher bist, ob ein Dackel überhaupt zu dir passt, mach unseren kurzen Test: Passt ein Dackel zu dir?
Unsere Dackel-Motive werden erst gedruckt, wenn du bestellst.
Häufige Fragen zum amerikanischen Dackel
Was ist ein amerikanischer Dackel?
Ein Dackel, der nach dem Standard des amerikanischen Dackelclubs DCA und des AKC gezüchtet wird. Dieser Standard kennt nur zwei Größen, teilt sie nach Gewicht ein und erlaubt mehr Farben als der europäische FCI-Standard. Mehr dazu →
Ist der amerikanische Dackel eine eigene Rasse?
Nein. Es ist dieselbe Rasse wie der deutsche Dackel, nur mit einem anderen Standard. Die Dackel in den USA stammen von Hunden ab, die ab den 1880er Jahren aus Deutschland und Großbritannien importiert wurden. Mehr dazu →
Was ist der Unterschied zwischen amerikanischem und deutschem Dackel?
Der US-Standard kennt zwei Größen (Standard und Miniature) und teilt nach Gewicht ein. Der FCI-Standard kennt drei Größen und teilt nach Brustumfang ein. Außerdem erlaubt der US-Standard Farben wie Creme, Blau, Isabella, Sable und Piebald. Beim Wesen beschreiben beide einen mutigen Jagdhund. Mehr dazu →
Wie groß und schwer wird ein amerikanischer Zwergdackel?
Ein amerikanischer Zwergdackel (Miniature) wiegt ab 12 Monaten höchstens 11 Pfund, also knapp 5 kg. Eine Schulterhöhe oder einen Brustumfang legt der US-Standard nicht fest. Angaben wie „bis 7 kg“ passen nicht zum US-Standard. Mehr dazu →
Wann ist ein amerikanischer Zwergdackel ausgewachsen?
Für die Größenklasse zählt in den USA das Gewicht ab 12 Monaten. Vorher lässt sich nur schätzen, wie groß ein Welpe wird. Kleine Eltern sind keine Garantie für einen kleinen Hund. Mehr dazu →
Gibt es amerikanische Kaninchendackel oder Tweenies?
Nicht offiziell. Der US-Standard kennt nur Standard und Miniature. „Tweenie“, „amerikanischer Kaninchendackel“ oder „Teacup“ sind Züchterbezeichnungen. Den Kaninchendackel gibt es nur im FCI-Standard. Mehr dazu →
Welche Farben gibt es beim amerikanischen Dackel?
Erlaubt sind Rot und Creme, Schwarz, Braun, saufarben, Blau und Isabella mit Abzeichen sowie die Muster Dapple, gestromt, Sable und Piebald. Weiß und Double Dapple sind auch in den USA nicht erlaubt. Mehr dazu →
Was ist ein Piebald-Dackel?
Ein Dackel mit klar abgegrenzten weißen Flächen auf einfarbigem oder zweifarbigem Fell. Im US-Standard ist das Muster erlaubt, im FCI-Standard nicht. Blaue Augen, viel Weiß am Kopf oder Weiß an Ohren und Augen führen auch in den USA zur Disqualifikation. Mehr dazu →
Hat der amerikanische Dackel weniger Jagdtrieb?
Das ist nicht belegt. Der US-Standard beschreibt ihn als klugen, lebhaften und sehr mutigen Jagdhund. Der US-Club hat beim Ausstellungshund die Schärfe abgemildert, verschwunden ist der Jagdtrieb aber nicht. Mehr dazu →
Ist der amerikanische Dackel gesünder als der deutsche?
Dafür gibt es keinen Beleg. Der Rücken ist bei allen Dackeln das wichtigste Thema. Bei amerikanischen Dackeln kommen Risiken durch Farben dazu: Double Dapple, Merle mit Piebald sowie die aufgehellten Farben Blau und Isabella. Mehr dazu →
Wie alt wird ein amerikanischer Dackel?
Eine eigene Zahl für amerikanische Linien gibt es nicht. Der VDH nennt für den Dackel durchschnittlich 13 Jahre, eine britische Studie für Zwergdackel einen Median von 14,0 Jahren. Mehr dazu →
Kann man mit einem amerikanischen Dackel im Teckelklub züchten?
Mit Farben wie Piebald, Creme, Blau oder Isabella nicht, denn sie sind dort zuchtausschließend. Hunde aus dem Ausland mit einer von der FCI anerkannten Ahnentafel können eingetragen werden, eine Zuchtzulassung ist das aber noch nicht. Mehr dazu →
Was kostet ein amerikanischer Dackel?
Eine offizielle Preisliste gibt es nicht und wir nennen bewusst keine Zahl. Ein hoher Aufpreis für eine seltene Farbe ist kein Qualitätsmerkmal. Plane außerdem Futter, Hundesteuer, Haftpflicht und Tierarztkosten ein. Mehr dazu →
Was heißt Dackel auf Englisch?
Dachshund. So heißt die Rasse auch im US-Standard. Was hinter den Namen Dackel, Teckel und Dachshund steckt, erklären wir im Artikel Dackel, Teckel, Dachshund: der Unterschied.
Quellen
- Dachshund Club of America / American Kennel Club: Official Standard of the Dachshund, genehmigt am 14.11.2017, gültig ab 01.01.2018– Erscheinungsbild, Größen und Gewicht, Wesen, Fellarten, Farben und Muster, Disqualifikationen
- FCI-Standard Nr. 148: Dachshund (Teckel), Fassung vom 14.03.2022– Größenklassen und Brustumfang, Messung ab 15 Monaten, Proportionen, Farben, Wesen, Ausschlussfehler
- Deutscher Teckelklub 1888 e.V.: Zucht- und Eintragungsbestimmungen (ZEB), gültig ab 01.09.2025– Ziff. 2.2.4 untersagte Verpaarungen (Merle × Merle, Merle × Piebald), 2.3.2 Merle- und Lafora-Test, 2.4.3 zuchtausschließende Farben, 3.1.2 und 3.4 Eintragung ausländischer Hunde und A-Nummer
- Dachshund Club of America: Dachshund History– Importe ab den 1880er Jahren, Gründung 1895, Erster Weltkrieg, Eintragungszahlen 1923 und 1930er Jahre, Ausrichtung auf den Ausstellungshund
- Dachshund Club of America: Judges Education Materials, Changes to the AKC Breed Standard (gültig ab 01.03.2007)– Double Dapple aus dem Standard gestrichen, Piebald damals nicht zulässig
- Dachshund Club of America, Breeder’s Resource Library: Dachshund Colors & Patterns (Version 0920, September 2020)– Grundfarben, Blau und Isabella als Aufhellungen mit möglichen Gesundheitsproblemen, Double Dapple, Piebald-Disqualifikationen
- American Kennel Club: Most Popular Dog Breeds of 2025– Dackel auf Platz 5 der Eintragungen 2025
- Duffy, Hsu & Serpell (2008): Breed differences in canine aggression. Applied Animal Behaviour Science 114: 441–460– USA; 120 Dackel aus Mitgliedern des Rasseclubs und 68 aus einer Online-Befragung; Beißen oder Beißversuche gegenüber Fremden 6,7 % bzw. 20,6 %; Halterangaben
- Packer et al. (2013): How long and low can you go? Effect of conformation on the risk of thoracolumbar intervertebral disc extrusion in domestic dogs. PLOS ONE 8(7): e69650– 700 Hunde einer britischen Überweisungsklinik, davon 79 mit Bandscheibenvorfall; Rückenlänge im Verhältnis zur Höhe, Übergewicht
- Science for Animal Welfare (UFAW): Dachshunds – Intervertebral disc disease (IVDD)– rund 25 % der Dackel mit behandlungsbedürftigen Bandscheibenproblemen; Überblick über Studien
- Strain et al. (2009): Prevalence of deafness in dogs heterozygous or homozygous for the merle allele. Journal of Veterinary Internal Medicine 23(2): 282–286– 153 Merle-Hunde aus 10 Rassen, darunter 4 Dackel; Taubheit 3,5 % bei einfachem und 25 % bei doppeltem Merle
- Strain, G. M., LSU School of Veterinary Medicine: Genetics of Deafness in Dogs– Merle- und Piebald-Gen als Pigmentgene mit Bezug zu Taubheit, gefleckter Dackel genannt
- OMIA 000031-9615: Coat colour, dilution, MLPH-related (dog)– Farbverdünnung und Farbverdünnungs-Alopezie, mit Verweis auf Beco et al. (1996): CDA bei sieben Dackeln, Veterinary Dermatology
- WikiVet: Colour Dilution Alopecia– Symptome, Beginn mit 6 Monaten bis 2–3 Jahren, nicht heilbar, Dackel unter den betroffenen Rassen
- OMIA 000690-9615: Myoclonus epilepsy of Lafora (dog)– rezessiver Erbgang, Miniature-Rauhaardackel, mit Verweis auf Lohi et al. (2005), Science 307: 81
- McMillan et al. (2024): Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death. Scientific Reports– Hunde aus Großbritannien; Zwergdackel im Ergebnisteil mit Median 14,0 Jahren
- VDH: Rasselexikon Teckel– durchschnittliche Lebenserwartung 13 Jahre
- Sunset Dackelzucht (Schweiz): Amerikanische Dackel – Herkunft und Geschichte– Züchterangaben zu Begriff, Gewichtsklassen, Wesen und Körperbau; ohne Einzelnachweise
- Amerikanischer Zwergdackel Zucht Bayern: Rasseinformationen– Züchterangaben zu Gewicht (3,5 bis 7 kg), Farben, Jagdtrieb und Welpengröße; ohne Einzelnachweise
- Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV), § 2 Abs. 4– Trennung vom Muttertier erst ab einem Alter von über acht Wochen
- Tierschutzgesetz (TierSchG), § 11b– Verbot von Qualzüchtungen
- Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht: Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen), 1999– Abschnitt Merlesyndrom, Zuchtverbot für Merle × Merle empfohlen
Alle Zahlen stammen aus den genannten Quellen. Aussagen ohne Quellenangabe sind allgemeine Praxishinweise. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung.



